Schlagwort-Archive: Ruhe

die vierte Etappe – der Bericht

Seit einigen Jahren fährt der Schnellzug nach Thalwil durch einen Tunnel und nicht mehr auf der Strecke dem Zürichsee entlang. Nach Rüschlikon fahr ich heute dem See entlang, was an einem wolkenlosen Sommermorgen wunderschön ist.
In Rüschlikon fällt mir der Rennweg auf – im Gegensatz zum Rennweg in Zürich – ein kleines Strässchen, das direkt zum Bahnhof führt – ein passender Name, wie ich finde.
Auch heute führt mich mein Weg durch Wohnquartiere und die einzigen Vögel sind Amseln und Spatzen. Über einem Einfamilienhaus-Quartier kreist kurz ein Graureiher. Ob er einen Swimmingpool als Teich in Betracht zieht? Es hat moderne, altmodische und etwas verfallene Einfamilienhäuser mit schönen Gärten oder gepflegtem Rasen oder hohen Hecken, die keinen Blick zulassen. Blumenbögen zieren die Gartentore und im Garten stehen alte Pavillons, Lauben, neumodische Lounges oder auch mal eine Teppichstange, wie ich sie schon lange nicht mehr gesehen habe.

Holz

Holz

Nach knapp einer Stunde komme ich bei Thalwil endlich zum Waldrand und schon piepsen Kohlmeisen, krächzen Eichelhäher und gurrt eine Ringeltaube. Störend sind nur wieder einmal Walkers mit ihren „chlefeligen“ Stöcken, die die ganze Ruhe kaputt machen. Ansonsten hat es sehr wenige Leute, die mit dem Hund spazieren gehen oder ihre Runde joggen. Am Waldrand sehe ich junge Rotkehlchen und leuchtende Blumen in der Morgensonne. An den Blüten laben sich Hummeln, Bienen und Schmetterlinge.

Biene auf Schlehe

Biene auf Schlehe

Waldbrettspiel (Pararge aegeria)

Waldbrettspiel (Pararge aegeria)

Grosses Ochsenauge (Maniola jurtina)

Grosses Ochsenauge (Maniola jurtina)

C-Falter (Nymphalis c-album)

C-Falter (Nymphalis c-album)

Erstaunlicherweise ist die nahe Autobahn nur in einem Waldstück zu hören, wo der Wanderweg ca. zehn Meter parallel neben ihr verläuft. Kurz darauf geht es steil runter zum Bahnhof Horgen Oberdorf. Dort verpasse ich den Zug Nach Zug um eine halbe Minuten und mache also eine Umweg zurück über Thalwil.

Waldweg im Morgenlicht

Waldweg im Morgenlicht

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 4. Etappe, zur Arbeit - zu Fuss

die erste Etappe – der Bericht, Teil 2

Bei der Sihlpost strömen mir die PendlerInnen entgegen. Ich – zurAbwechslung mal in der Gegenbewegung – spaziere zur Brücke über die Sihl. Ein Graureiher steht auch hier. Zudem hat es zwei weisse Hausenten. Bei der Riobar überquere ich die Strasse und folge nun nicht der Sihl sondern nehme die paar Stufen hinunter zum Schanzengraben.
Und sofort scheint die Stadt weit weg. Enten schlafen, der Gesang von Amsel, Buchfink und Kohlmeise in der Luft und der Verkehr nur ganz leise im Hintergrund. Der Weg entlang des Kanal ist glücklicherweise nicht überschwemmt, der holzige Steg teilweise jedoch recht rutschig. Dieser „boardwalk“ erinnert mich immer an den Riverwalk in San Antonio, TX. Eine Schar Alpensegler zischt schreiend über mich hinweg, eine Taube transportiert ein Steckchen für ein (weiteres) Nest und ein Schwan faucht mich an.
Wegen einer der berühmt-berüchtigten Baustellen komme ich auf diesem Weg nicht ganz bis zum See.
Mit kleinem Umweg komme ich doch noch zum See und gönne mir mein Frühstück mit Aussicht auf Mauersegler, Blasshühner, Haubentaucher, Stockenten (4 immature ca. 3/8) und einer Lachmöwe.
Kurz vor der Badi Enge drehe ich ab in Richtung Bahnhof Enge, von wo ich den Zug via Zürich HB nach Luzern nehme.

Fundstück 1Velo

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 1. Etappe, zur Arbeit - zu Fuss